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Wieviel Angst brauchen wir eigentlich ?

Geborgenheit im Sturm finden
Bild von Dimitris Vetsikas

Die Angst vor dem Sturm & dem Klimawandel

Am Montag holte ich bei einem ehemaligen Freund etwas ab. Zum Abschied meinte er wie beiläufig, es sei ein schwerer Sturm angekündigt, selbst der Ansager vom Wetterdienst sei blass geworden, als er ihn verkündet hat! Obwohl ich mich von solchen Hiobsbotschaften nicht beeinflussen lassen möchte, ging mir der Satz die nächsten Tage nicht mehr aus dem Kopf.

 

Ich schaute jeden Tag auf meine Wetterapp in der Hoffnung, dass der Sturm doch nicht so schlimm werden würde. Doch auch hier gab es keine Entwarnung, sondern nur der gleiche Tenor: ein schwerer Sturm sei im Anmarsch! Im gleichen Atemzug wird die Hamburger Sturmflut von 1962 erwähnt und dass damals die ersten Warnzeichen übersehen wurden. Die Bilder von schwimmenden Autos und Häuser die bis zum 1. Stock im Wasser stehen, werden gleich mitgeliefert.

Dass es nun immer häufiger und vermutlich stärkere Stürme geben werde, denn wir sind ja im Klimawandel, gehört inzwischen zum Allgemein-Wissen.

Doch ich erlaube mir zu fragen: Ist das wirklich wahr?

Muss ich das glauben und wenn ja, wem dient das? Ist das wirklich hilfreich von Angst motiviert zu sein und aus der Angst heraus zu handeln?

Gibt es da keine Alternativen die mit mehr Freude und mehr Gelassenheit einher gehen?

Das sind die Fragen die mich beschäftigen. Und auch die folgende?

 

Ist meine Angst wirklich meine Angst ?

Doch eins nach dem anderen: ich möchte dir zunächst von meiner persönlichen Angst erzählen und wie mir heute früh klar wurde, dass sie vielleicht doch nicht nur persönlich ist.

Gestern also, nachdem ich weiterhin überall wo ich hinschaute von dem schweren Sturm gelesen habe, habe ich alles auf meinem Balkon festgebunden, was da hätte herumfliegen können. Ich wohne im 4. stock mit Südwestbalkon und da kann der Wind auch ohne Sturmböen, schon ganz ordentlich wehen. Im Umfeld gibt es kaum ein höheres Haus und so können Süd- und Westwinde sich ganz ungehindert hier austoben. Ich bin es also gewohnt mit dem Wind zu leben und das Heulen des Windes um den Dachgiebel  begleitet mich hier oft.

 

Am späten Abend ging es dann so richtig los, der Wind wurde immer stärker. Irgendwie war ich unruhiger als sonst bei Stürmen. War das nun eine Vorahnung oder hatte das mit den vielen Bildern und Ankündigungen zu tun? Ich konnte es nicht sagen. Ich betete um Schutz und stärkte meine Verbindung zu meiner Seelenfamilie und „meinen“ mir vertrauten geistigen Wesen.

 

Als ich vorm Schlafen gehen nochmal raus schaute, merkte ich wie die Fensterscheiben bei jeder Windböe vibrierten. Da ich eine große Fensterfront in westlicher Richtung habe, fand ich das alles andere als beruhigend.

Mit einem weiteren Schutzgebet zu meinen kosmischen Verbündeten, schlief ich dennoch recht schnell ein. Heute früh rüttelte mich der Sturm wach. Ein Blick auf den Wecker sagte mir, dass es noch viel zu früh zum Aufstehen war. Also drehte ich mich zum Weiterschlafen um. Doch der Wind war laut und alles schien zu vibrieren und ich merkte wieviel Anspannung in mir war. Mir wurde klar, dass die Angst mich fest im Griff hatte.

Wow, sagte ich zu mir selber, du hast hier schon so viele Stürme erlebt und noch nie war da so viel Angst dabei. Ich versuchte die Angst in meinem Körper zu spüren und ihr Raum zugeben. Normalerweise komme ich darüber relativ schnell wieder in die Entspannung. Doch es klappte diesmal nur mäßig.

 

Erinnerungen tauchten in mir auf

Es fiel mir dann wieder eine Situation ein, in der ein ähnlicher Sturm tagelang in Hamburg wütete und damals rief mich eine nahe Bekannte an, die meine "schamanische" Arbeit sehr schätzte. Sie bat mich doch etwas zu tun, damit der Sturm sich beruhigen würde.

 

Von alleine wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen. Weil ich keine Angst vor dem Sturm hatte; damals hatte ich noch keine Wetterapp und hörte mir auch keinen Wetterbericht an😉. Dass es in Hamburg öfter stürmisch ist, habe ich den 90 igern als ich hier gezogen bin, ziemlich schnell gelernt. Es wurde damals noch nicht als etwas furchterregendes dargestellt, sondern gehörte zum Wetter dazu. Ich erinnere mich, dass meine Mutter mich früher öfter anrief, wenn sie in den Nachrichten von einem schlimmen Sturm im Norden erfahren hat und sich um mein Wohl sorgte. Ich selber machte mir jedoch zu der Zeit keine Sorgen darüber.

 

Als meine Freundin mich bat etwas zu tun, um den Sturm zu beruhigen, war ich zunächst unwillig. Ich fragte mich ob ich berechtigt sei, in das Naturgeschehen einzugreifen. Zudem erlebte ich den Sturm wie ein Wachrütteln für die Menschen und war damit völlig einverstanden. Um ihr jedoch den Gefallen zu tun, ging ich raus und begann mit den Elementen zu "reden ". Das Wetter beruhigte sich tatsächlich zu meinem eigenen Erstaunen recht schnell...vielleicht war es ja auch eh schon das Ende des Sturms gewesen, wer kann das schon sagen ?

 

Diese Erinnerungen zogen durch meinen Kopf als ich heute früh meine Angst wahrnahm. Ich fragte mich wann es zu dieser Wandlung in mir kam und wodurch? Warum hatte ich heute so viel Angst vor etwas, was mich Jahre zuvor, ja mein ganzes Leben lang nicht beunruhigt hatte? Wo war mein Vertrauen in Bezug auf das Wetter, die Elemente, die Naturgewalten geblieben?

 

Keine Frage, dass Naturgewalt brutal sein kann und oft genug Menschenleben fordert. Das möchte ich hier gar nicht leugnen. Dennoch war ich erstaunt über meine eigene innere Verwandlung hin zu mehr Angst. Da wollte ich unbedingt heraus finden wo und wann denn mein Vertrauen auf der Strecke geblieben war und auch war mir wichtig es wieder zugewinnen.

 

Angst ist ein wichtiges Gefühl, wenn es uns vor realen Gefahren schützt. Und ich bin die Letzte die jemanden anraten würde die Angst zu ignorieren. Doch genau hinfühlen ist in allen angsterfüllten Zuständen wichtig. Sich fragen ob die Angst uns wirklich in dem Moment noch dient oder ob sie uns nur gefangen hält in einer Vorstellungswelt voller Schrecken. Ich hatte ja schon alles getan für meinen eigenen Schutz und für den der mir anvertrauten Dinge. Ich lag in meinem warmen Bett und hätte einfach weiterschlafen können. Ob ich nun wach war oder nicht, ich hatte schon den bestmöglichen Schutz.

 

Die wirksamste Medizin gegen die Angst ist Liebe

Es half jedoch alles nicht, weder das fühlen noch das Denken und so bin ich schließlich zur frühen Stunde aufgestanden und setzte mich hin zum Meditieren. Ich stärkte erneut meine Verbindung zur Erde, zu allen Wesen die mir vertraut und wohlgesonnen sind. Und dazu nahm ich auch den bewussten Kontakt zur bedingungslosen Liebe auf. Zum universellen Liebesfeld. Ich begann die Liebe ganz bewusst ein und auszuatmen. Diese Qualität von Liebe zu spüren konnte mich endlich beruhigen und hat die krassen Angstgefühle im Körper gelöst.

Nachdem ich eine ganze Weile in der Liebe “gebadet“ hatte, war ich entspannter, die Angst war einer inneren Ruhe gewichen.

 

Die produzierte Angst

Und mir wurde allmählich klar, dass die Angst nicht wirklich meine gewesen war, sondern vielmehr die des kollektiven Feldes. Es war eine produzierte Angst die durch Vorstellungen von den schlimmsten Szenarien entstand. Solche Ängste verbreiten sich durch die Medien heute super schnell. Es entsteht dann sowas wie ein Schneeballeffekt. Je mehr Menschen sich etwas Schlimmes vorstellen desto mehr wächst die kollektive Angst. Bilder von vergangenen Schäden durch Stürme unterstützen das noch.

Doch wir können diesen Effekt auch umdrehen in dem wir uns wieder mit der Liebe verbinden. Je mehr Menschen sich mit der Liebe verbinden,

umso stärker wird das kollektive Liebesfeld. Das bewirkt auch dass die kollektive Angst sich verringert und Zuversicht und Vertrauen wieder mehr Raum bekommen.

Erst als ich mich bewusst mit der Liebe verbunden habe, konnte ich wirklich loslassen von der Angst, konnte ich wieder spüren, dass ich die Wahl habe. Ganz egal ob es eine reale Gefahr gibt oder eine die ich mir „nur“ vorstelle. Ich kann der Angst folgen oder mich für Liebe entscheiden.

Und hier möchte ich dich ermutigen genau hin zu spüren. Wenn du Angst wahrnimmst, spüre sie in deinem Körper, drücke sie nicht weg. Lasse sie ganz da sein, gib ihr den Raum in dir, erlaube ihr, dass sie zu dir spricht, denn sie möchte dich schützen. Und dann lade auch die Liebe ein, atme Liebe ein und atme Liebe aus. Dazu empfehle ich auch meinen Blogartikel über das Liebesfeld.

 

Du kannst dich auch mit etwas verbinden, was für dich Liebe symbolisiert. Etwas oder jemand, es kann auch eine Situation sein, in der du Liebe gespürt hast. Verbinde dich damit, sei damit und atme diese Liebe ein und aus und ein und aus. Mache das eine Weile und nimm die Veränderung in dir wahr. Spüre ob und was sich verändert. Erkenne diese Veränderung an, auch dann, wenn sie zunächst nur flüchtig ist. Je öfter du übst desto stabiler wird dein Vertrauen in die Liebe.

 

Und es ist egal ob es deine eigene Angst ist, oder die von anderen, du kannst der Angst und dem Sturm immer mit Liebe begegnen. Das zu tun ist in meinen Augen der sinnvollste Beitrag zum Klimawandel: denn es tut uns selbst gut und allen anderen auch.

Wie geht es dir mit dem Sturm und mit den vielen angstmachenden Nachrichten zum Klimawandel?

Ich freue mich über deinen Kommentar hier oder deine Mitteilung per E-Mail.

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Karin Kaiser (Donnerstag, 17 Februar 2022 16:34)

    Ich kann Dir nur zustimmen! Diese ganze Panikmache, sei es mit dem Klimawandel und den damit verbundenen Wettereffekten oder auch
    mit Corona, die Ängste werden gezielt gesteuert. Klimawandel: ist schon seit Jahrmillionen so und das Leben existiert immer noch! Schlecht
    ist natürlich der Raubbau und die Verschmutzung von den Menschen der Erde angetan. Dagegen kann man (jeder) was tun. Durch den
    Lockdown letztes Jahr wurde die Erde massiv von Schadstoffen entlastet. Wurde auf publiziert. Leider wurde das wohl alles vergessen
    und Autofahrten und Flugreisen werden wieder mehr. Schon alles vergessen? Merkn die Leute nicht, dass sie manipuliert werden? Na ja,
    durch Angst regiert man besser, das ist schon seit Jahrtausenden bekannt. Dann müssen wir also die Schwingungen fleissig erhöhen.
    Ich arbeite daran und versuche möglichst alles vom Herzen aus zu machen. Klappt meistens sehr gut und ich merke; ich erhalte immer
    mehr Hilfe von "außen". So kann es gerne weitergehen. Dann hat die Angst auch keine Chance. Vorsicht ist ja in Ordnung, aber ich habe
    auch jede Menge Vertrauen darauf, dass alles so kommt wie es sein soll. Ganz liebe Grüße von Karin

  • #2

    Marianne (Donnerstag, 17 Februar 2022 18:41)

    Vielen Dank für diesen mutmachenden Beitrag. Ich bin tatsächlich schnell beunruhigt, wenn starker Wind gemeldet ist. Das braucht noch nicht mal Sturm zu sein. Gestern kamen mir Bilder in Erinnerung, die mit meinen Erfahrungen und auch Ängsten betreffend Wind/Sturm zu tun haben. Deine Anregung (nachdem die Angst im Körper gespürt wurde und Raum erhielt) in die Liebe zu gehen, ist sehr hilfreich für mich.
    Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen :-)
    Herzlichen Dank liebe Marie-Paule,
    in Liebe,
    Marianne

  • #3

    Marie-Paule (Donnerstag, 17 Februar 2022 19:48)

    Vielen Dank für eure Beiträge. Super Ergänzung. Ich freue mich sehr darüber.
    Leider gibt es hier keine direkte Antwortfunktion zu dem jeweiligen Kommentar, deswegen hier meine gemeinschaftliche Antwort ;-)
    Liebe Grüße
    Marie-Paule

  • #4

    Thorsten (Freitag, 18 Februar 2022 02:32)

    Danke für deine Gedanken, Marie-Paule! Mir persönlich machen Wind und Sturm keine Angst. Ich fahre bei schweren Stürmen sogar gerne raus ans Meer um in diesen Naturgewalten zu sein. Ich versuche allgemein, mich von der Angst und Panik der Menschen und vor allem der Massenmedien nicht beeinflussen zu lassen und ignoriere sie weitgehend. Das Schüren der paranoiden Panik vor dem Coronavirus, vor allem auch von Politikern, in den letzten 2 Jahren hat mich allerdings sehr wütend gemacht. Menschen sollten dadurch gezielt in Abhängigkeit gehalten werden. Ich war in der Zeit sehr oft in Schweden und Dänemark und habe dort miterlebt, dass das kollektive Erleben ein ganz anderes war und weitgehend frei von dem Wahn, der hier verbreitet wurde. Ich empfinde das kollektive Angstfeld in Deutschland besonders stark, sei es vor Klimawandel, Corona oder anderen Themen. Angst kommt von Enge, und so empfinde ich das Denken und viele Menschen in diesem Land leider auch. Aber es ist schön zu wissen, dass man auch durch Liebe und eine positive Einstellung ein starkes Feld erschaffen kann. Mögen wir alle daran teilnehmen.

  • #5

    Marie-Paule (Dienstag, 01 März 2022 21:45)

    Hi Thorsten,
    Danke für deine Mitteilung und Inspirationen. Schön dass du auch zu den Mutigen gehörst :-)
    Dass Panik und Angst geschürt werden, auch gerade durch die Medien finde ich auch sehr schade. Dabei könnte die globale Kommunikation die uns heute durch die Technik zur Verfügung steht, im Guten und sinnvoll eingesetzt uns so viel Segen bringen.

    Was die Enge angeht, so ist meine Erfahrung dass es eher anders herum ist: die Angst macht eng. Das kennen wir doch alle, wenn wir verliebt sind, sind wir viel offener & großzügiger. Wir könnten die ganze Welt umarmen, so weit fühlen wir uns dann.
    Wenn wir jedoch Angst haben und dabei ist es egal wovor wir Angst haben, dann ziehen sich die Muskeln zusammen, unser Atem wird flach, alles zieht sich zusammen. Das sind alles instinktive Schutzmechanismen, die in einer akuten Gefahrensituation durchaus hilfreich sein können. Zum Beispiel wenn wir uns verstecken müssen vor einem übermächtigen Feind.
    In unserer Zeit und Gesellschaft jedoch, finden sich viele in einem Dauerangstzustand wieder, in dem die Angst jedoch schon nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Dann wird auch das Denken eng und das bringt wiederum neue Ängste mit sich. Es wird dann zu einer Art Teufelskreis und man weiß irgendwann nicht mehr was zuerst da war.
    Die bewusste Verbindung zur universellen Liebe kann hier helfen aus diesem fatalen Kreislauf auszubrechen und wieder Vertrauen ins Leben zu gewinnen.

    Liebe Grüße
    Marie-Paule